Abschlussklassen der Realschule plus Konz auf den Spuren von Konrad Adenauer und der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte – von Frank Wartner RS plus Konz

Der alte Mann und das Stopf-Ei

Abschlussklassen der Realschule plus Konz auf den Spuren von Konrad Adenauer und der deutsch-deutschen Nachkriegsgeschichte

Dass Konrad Adenauer nicht nur der erste Bundeskanzler, sondern auch ein begeisterter Hobby-Erfinder war, konnten nahezu 100 Schülerinnen und Schüler der RS plus Konz am vergangenen Donnerstag anlässlich einer Studienfahrt nach Rhöndorf und Bonn in Erfahrung bringen. Die Fahrt wurde von der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung in Kooperation mit der Sparkasse finanziert und hat mittlerweile einen festen Platz im Terminplan der Konzer Realschule plus.

Der winterlichen Kälte zum Trotz fanden sich in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstag die fünf Abschlussklassen der RS plus mitsamt ihrer Lehrerinnen und Lehrer auf dem Schulhof ein, um die diesjährige Fahrt zu den Wurzeln der parlamentarischen Demokratie anzutreten. Begrüßt von Herrn Schwiering von der Konzer-Doktor-Bürgerstiftung und Herrn Guckeisen von der Sparkasse wurden die Klassen auf den erlebnisreichen Tag eingestimmt.

Im Konrad-Adenauer-Haus in Rhöndorf konnten die Schülerinnen und Schüler in Person des ersten Bundeskanzlers, Konrad Adenauer, die wechselhafte deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert äußerst anschaulich und lebendig nachvollziehen. Das Ringen um die Demokratie und die Sorgen und Nöte der Menschen in Zeiten des Krieges und des schwierigen Wiederaufbaus ließen sich ebenso nachempfinden wie Adenauers umtriebiger Erfindergeist, der für seine Familie ein beleuchtetes Stopf-Ei entwickelte oder die Geschicke Deutschlands aus einem kleinen Pavillon in seinem Garten lenkte.

Bei einer von den Geschichtslehrern der Abschlussklassen organisierten Führung durch das Haus der Geschichte in Bonn durften die Schüler abschließend die spannende Nachkriegszeit ergründen. Konfrontiert mit den Gräueltaten der Nationalsozialisten wurde eine Vielzahl an Fragen aufgeworfen. Wie konnte das ohne weiteres geschehen? Welche Lehren haben die Gründer unserer Demokratie daraus gezogen? Ein Blick auf das Grundgesetz und den Wiederaufbau der Demokratie in unserem Land half bei der Beantwortung offener Fragen. Dass die Teilung Deutschlands eine schwere Hypothek für das zerrüttete Land war, dass der Kalte Krieg neue Ressentiments und Vorurteile schuf, dass das Leben in Deutschland bis heute sehr unterschiedlich sein kann – dies alles blieb den Schülern auf ihrem Rundgang durch die Ausstellung nicht verborgen.

Die Resonanz auf die Fahrt war durchweg positiv. Manchen Schülern dürfte das ein oder andere Detail noch lange im Gedächtnis bleiben. Als im Konrad-Adenauer-Haus erwähnt wurde, dass sich die Nachkommen  des Altkanzlers dort jedes Jahr zu Weihnachten versammeln, nahezu 100 Personen gehören zur weit verzweigten Familie, fragte eine Schülerin verblüfft: „Oh Gott, wer kocht denn für die alle?“ Die Frage wurde mit vielstimmigem Lachen honoriert.

Auch im kommenden Jahr sieht die Realschule plus in Konz mit Freuden einer weiteren Studienfahrt entgegen, die Dank der hervorragenden Kooperation zwischen Stiftung, Sparkasse und Schule sicher wieder von Erfolg gekrönt sein dürfte.